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BVV
19.7.2016 Drucksache Nr. 0561/IV - Stellungnahme der SeniorInnenvertretung

Wir stellen fest:

-          „Die Partizipation von Seniorinnen und Senioren gehört zu diesen fachübergreifenden Zielen“ des BA (Konzept, S.1 u.). Entgegen dieser Behauptung eröffnete das Bezirksamt  keine Möglichkeit, uns am Zustandekommen dieses „Konzeptes“ zu beteiligen.

-          Es scheint, als  fehlen neben fachlichen und personellen Mitteln auch der politische Wille, ein Gesetz umzusetzen, das festlegt: „Die Arbeit der bezirklichen Seniorenvertretungen wird von den für Seniorinnen und Senioren zuständigen Ämtern der Bezirksverwaltungen insbesondere durch personelle Hilfen … unterstützt.“

(Anmerkung: Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Neufassung des BerlSenG nun in §3 unmissverständlich festlegt:
"(2) Die zuständigen Verwaltungen sollen die bezirklichen Seniorenvertretungen… zur
Durchführung ihrer Aufgaben rechtzeitig und umfassend informieren (und) sollen sie bei der Erarbeitung von Vorlagen, die die Seniorinnen und Senioren maßgeblich betreffen, beteiligen. Die Seniorenmitwirkungsgremien sollen die zur Durchführung ihrer Aufgaben erforderlichen Unterlagen zur Verfügung gestellt bekommen.“) 

-        Wie schon andere Papiere zuvor beschränkt sich das „Konzept“ auf eine Bestandsaufnahme von Vorhandenem und teilweise Umgesetztem, sowie unverbindliche Interessenbekundungen, Perspektiven werden kaum aufgezeigt, abrechenbare Maßnahmen nicht benannt.

-        Wir begrüßen, dass ein gutes Beispiel – der Runde Tisch Senioren in Moabit – durch die konkrete Aufgabenbeschreibung für zwei neue StadtteilmanagerInnen (Seniorenarbeit und Vernetzung) inzwischen auf andere Stadtteile übertragen wurde. Das ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie mit vergleichsweise geringem Aufwand Beteiligung ermöglicht und gute Wirkungen erzielt werden können.

-        Wir halten es für übergriffig, intergenerative Arbeit in dafür weder räumlich noch personell ausgestatteten Seniorenbegegnungsstätten zu fordern. Es muss beides möglich sein – moderierte Begegnung zwischen den Generationen, aber auch bedarfsgerechte, geschützte Räume für die Aktivitäten der jeweiligen Gruppen – damit intergenerative Arbeit möglich wird. Das sollte auch in – meist wesentlich größeren -  Jugendfreizeitstätten angedacht und befördert werden. Zumal diese häufig leer stehen zu Zeiten, wo Ältere Gemeinsames unternehmen könnten.

-        Wir sehen beträchtliches Ausbaupotenzial in der Seniorenarbeit des Bezirksamtes:

-        In der selbstverständlichen Beteiligung der SeniorInnenvertretung an allen, SeniorInnen betreffenden Vorhaben und Aktivitäten des Bezirksamtes – da gibt es viel Spielraum, der bis dato kaum genutzt wird,

-        in den Strukturen des BA, das eine_n Hauptverantwortliche_n für Seniorenarbeit benennen und  mit der notwendigen Arbeitskapazität ausstatten sollte, damit Kontinuität und Verlässlichkeit in Beteiligung, Planung und Umsetzung dieser Arbeit gewährleistet werden kann,

-        in der Bereitschaft der Verwaltung, sich mit den realen Bedürfnissen älterer Menschen im Bezirk auseinander zu setzen und darauf aufbauend eine gezielte und abrechenbare Altenhilfeplanung zu organisieren

-        In der Unterstützung und Förderung von Ehrenamt. Ein Ehrenamtstag im Jahr ist eine gute Sache. Er kann jedoch Orte und Personal für die Initiierung und Unterstützung von Ehrenamt und Ehrenamtlichen nicht ersetzen. Wo das fehlt, kommen viele Initiativen insbesondere Älterer nicht zustande oder versickern nach kurzem wieder.

 Bestätigt und beschlossen: 19.7.2016

eingetragen von Elke Schilling, 13.09.2016, 09:29 Uhr
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