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Neuigkeiten
09.07.2017, 15:00 Uhr
SeniorInnenforum "Migration und Pflege"
Mitte braucht
einen Runden Tisch Pflege!


In anderen Bezirken Berlins sorgt ein solcher Runder Tisch für Kontinuität in der Zusammenarbeit und für lösungsorientierte Kommunikation der Kostenträger im Interesse der zu Pflegenden.
Dieses Anliegen wurde in jeder der drei Arbeitsgruppen formuliert.

Die Zusammenfassung zum Forum finden Sie auf der folgenden Seite.

Rathaus Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz 1, BVV-Saal -

Die alternde Gesellschaft und die Einwanderung sind zwei der Megathemen der Gegenwart

 

Am 4.7.2017 lud die SeniorInnenvertretung Mitte zu einem Forum zum Thema „Migration und Pflege“ in das Rathaus Tiergarten ein. Rund dreißig Menschen, SeniorInnen, MitarbeiterInnen von Pflegediensten und Wohlfahrtsverbänden, Seniorenvertreter und Seniorenbeauftragte anderer Bezirksverwaltungen. Aus dem BA Mitte kamen die für Ehrenamt und Seniorenfreizeitstätten zuständige Frau Paprotny, Frau Harms von QPK sowie Frau Knuth, die Behindertenbeauftragte. Nach der Begrüßung durch Frau Schilling, Vorsitzende der SV Berlin Mitte, sprach Stadtrat Ephraim Gothe ein Grußwort, in dem er sich erfreut zeigte, dass gerade dieses Thema so engagiert von den SeniorInnen aufgegriffen wurde.

 

Dr. Jan Basche vom bpa e.V. machte in seinem Impulsreferat zum Thema.“Gründe und Grenzen kulturspezifischer Pflege“ deutlich, dass eine zunehmende Gruppe pflegebedürftiger Migranten aufgrund von Demenz ihre Deutschkenntnisse wieder verloren haben. Eine bloße „Kultursensibilität“ ist in diesen speziellen Fällen nicht ausreichend. Hier sind aus pflegefachlichen und haftungsrechtlichen Gründen muttersprachliche und kulturkompetente Angebote erforderlich Nur so ist gewährleistet, dass es nicht zu gegenseitig frustrierenden Missverständnissen und kostspieliger Fehlversorgung kommt.

 

Dietmar Kuschel vom Pflegestützpunkt Reinickendorfer Straße hielt einen Vortrag zum Thema “Migration und Pflege - Gute Lösungen aus der Sicht der Pflegestützpunkte“. Er berichtete über die Bemühungen der Pflegestützpunkte, Beratung mehrsprachig anzubieten. Dazu gehört auch seit einiger Zeit das von den Krankenkassen geförderte Projekt der „Brückenbauer“, die als Pflegedolmetscher unterwegs sind und z.B. Begutachtungen durch den MDK begleiten.

 

In Arbeitsgruppen diskutierten die TeilnehmerInnen über ihre Erfahrungen. Im Ergebnis wurden mehrere Erwartungen formuliert:

  • Es soll einen Runden Tisch Pflege geben, wie es ihn schon erfolgreich in Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln gibt. Dort treffen sich Pflegedienste und Sozialamt regelmäßig zum fachlichen Austausch.

  • Die monatelangen Bearbeitungszeiten zwischen Antrag der Pflegebedürftigen und Bewilligung durch das Sozialamt müssen deutlich kürzer werden.

  • Pflegebedürftige sollen besser informiert werden über alternative Versorgungsformen, z.B. Demenz-Wohngemeinschaften.

 

Die Teilnehmer äußerten auch, dass sich die Attraktivität des Pflegeberufs deutlich verbessern muss. Das wird nur gelingen, wenn die Pflegekräfte für ihre schwere, verantwortungsvolle Tätigkeit höhere Gehälter und mehr Kompetenzen erhalten. Und das wird nicht gelingen, wenn über Pflege in der öffentlichen Wahrnehmung ausschließlich in Zusammenhang mit Betrug gesprochen wird. Auch hierzu will das Forum, das bei nächster Gelegenheit
fortgesetzt werden soll, ein Beitrag sein.


C.Hahn fasst das Ergebnis ihrer Arbeitsgruppe zusammen (Foto: E.G.R.)

aktualisiert 23.07.2017, 08:15 Uhr
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Rathaus Tiergarten
Mathilde-Jacob-Platz 1
10551 Berlin

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